Zu danken habe ich vorab meinem Doktorvater, Herrn Prof. Dr. Peter Ulrich für die geduldige und weitreichende Unterstützung. Herrn PD Dr. Dr. Roland Kley bin ich für die Übernahme des Co-Referats zu besonderem Dank verpflichtet. Weiter möchte ich meinem engen Freund Carlos Pinto und meiner treuen Freundin Susanne Bodmer dafür danken, dass sie sich die notwendige Zeit genommen haben, meine Arbeit zu lesen und konstruktiv zu kritisieren. Dasselbe gilt für meinen lieben Vater, Dr. Hermann J. Stern, der mir mit seiner juristischen Erfahrung bei der Ausformulierung der Prinzipien und Leitideen eine grosse Hilfe war. Schliesslich wäre die Arbeit ohne die stetige moralische Unterstützung meiner lieben Mutter, Esther Wolf, undenkbar gewesen.
Viele weitere Personen haben dazu beigetragen, dass die Dissertation in der vorliegenden Form möglich wurde. Namentlich danke ich Dr. des. Stephan Hostettler, Dr. Thomas F. Ladner, Wolfgang Rathert und Dr. Bernd Vaassen für die intellektuell fruchtbaren Auseinandersetzungen. Gavin J. Argyle in Perth, Westaustralien, Jan Brzesky und Jeffrey Gerst in Los Angeles, Kalifornien und die Familie Keating und Sheva Coffey in Boulder, Colorado haben mir bereitwillig wichtige Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Auch ihnen gilt mein herzlicher Dank für die grosszügige Unterstützung.
Und schliesslich bin ich einfach froh, dass es sie gibt - meine zwei Schwestern und drei Brüder: Roman, Andrea, Mark, Caroline und Timo Stern. Sie geben mir mehr als alles andere in meinem Leben.
Los Angeles, im Juli 1996

Inhaltsübersicht
1. Herausforderungen der Unternehmungsführung
2. Synthese von Erfolg und Legitimation
1. Positionierung der kommunikativen Vernunft im Konzept Integriertes Management
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I: Analyse
1. Herausforderungen der Unternehmungsführung
1.1 Erfolgssicherung: Gebot des Wettbewerbs
1.1.1 Tendenz: Globalisierung
a) Innovation: Neue Produkte, neue Märkte
b) Kostendruck: Dezentrale und lokale Produktion
c) Dynamik: Der Zeitfaktor entscheidet
1.1.2 Katalysator: Informationstechnologie
1.1.3 Quintessenz: Nutzenpotentiale für Bezugsgruppen
1.1.4 Erfolgsfaktor: Kommunikation
a) Prinzipien der rationalen Kommunikation
b) Relevanz der Prinzipien rationaler Kommunikation
(i) Herausforderung durch den marktinduzierten Innovationsdruck
(ii) Herausforderung durch den Kostendruck in der Produktion
(iii) Herausforderung durch die zunehmende Dynamisierung
c) Tragweite der Erkenntnisse
1.2 Legitimation: Gebot der Gesellschaft
1.2.1 Tendenz: Externalisierung
a) Ökologische Problematik
b) Soziale Problematik
c) Wertewandel in der Bevölkerung
1.2.2 Katalysator: Macht der Medien
1.2.3 Quintessenz: Verständigungspotentiale
a) Individualethik
b) Institutionenethik
1.2.4 Legitimationsfaktor: Rationale Kommunikation
1.3 Integration durch Kommunikationsethik
2. Synthese von Erfolg und Legitimation
2.1 Duale Gesellschaftstheorie
2.1.1 Lebenswelt
2.1.2 System
2.2 Duale Vernunfttheorie
2.2.1 Zwei Aspekte der Vernunft
2.2.2 Kommunikative Vernunft
2.2.3 Systemische Vernunft
2.3 Integration der beiden Vernunftdimensionen
2.3.1 Prioritätsverhältnisse
2.3.2 Lokalisierung
a) Verfügungsordnung
b) Verständigungsordnung
2.3.3 Integration
3. Defizite der traditionellen Managementlehre
3.1 Erfolgssicherung: Eingeengtes Menschenbild
3.1.1 Illusion des Homo Oeconomicus
3.1.2 Ausblendung kommunikativer Rationalität
3.2 Legitimation: Eingeengtes Marktverständnis
3.2.1 Illusion der interessenharmonisierenden Nutzenmaximierung
3.2.2 Historische Legitimation ökonomischer Rationalität
4. Fazit
Teil II: Prinzipien
1. Positionierung der kommunikativen Vernunft im Konzept Integriertes Management
1.1 Rationalisierungsansätze
1.1.1 Rationalisierungstypen
a) Tayloristische Rationalisierung
b) Systemische Rationalisierung
c) Kommunikative Rationalisierung
1.1.2 Thesen
a) Differenzierungsthese
b) Überlagerungsthese
c) Vollständigkeitsthese
1.1.3 Übersicht zu den drei Rationalisierungsmustern
1.2 Kritik am Konzept Integriertes Management aus kommunikativ-rationaler Perspektive
1.2.1 Operatives Management
1.2.2 Strategisches Management
1.2.3 Normatives Management
1.3 Priorisierung und Lokalisierung
2. Kommunikative Rationalisierung
2.1 Theorie praktischer Diskurse
2.1.1 Regulative Idee rationaler Kommunikation
a) Ideale Sprechsituation als Bezugspunkt
b) Grundsätzliche Kategorien subjektiver Rechte
2.1.2 Realtypus rationaler Kommunikation
a) Grundregeln
2.1.3 Regeln praktischer Diskurse
a) Vernunftregeln
b) Argumentationslastregeln
c) Argumentformen
d) Begründungsregeln
e) Übergangsregeln
2.1.4 Beurteilung des praktischen Diskurses
2.2 Kontingenzfaktoren praktischer Diskurse
2.2.1 Macht und Vernunft in Entscheidungsprozessen
a) Einschränkungen der Rationalität in praktischen Diskursen
b) Machtproblematik als zentrale Restriktion in praktischen Diskursen
2.2.2 Diskursverhalten unter Berücksichtigung von Strukturen
a) Strukturen und Institutionen in der Theorie
b) Formelles System der Unternehmung
c) Informelles System der Unternehmung
d) Zusammenhänge zwischen formellem und informellem System
2.2.3 Verhältnis zwischen Struktur und Diskursethik
2.3 Gewaltenteilung als strukturelles Mittel der kommunikativen Rationalisierung
3. Strukturelle Aspekte kommunikativer Rationalisierung
3.1 Theorien mit gewaltenteiligen Anliegen
3.1.1 Anliegen der allgemeinen Gewaltenteilungstheorie auf Staatsebene
a) Verständnis der Gewaltenteilungstheorie
b) Gewaltenteilige Mechanismen als Mittel der Machtdezentralisation
3.1.2 Umsetzungüberlegungen in der Diskursethik
a) Habermas in Faktizität und Geltung"
(i) Prinzip der Volkssouveränität
(ii) Prinzip des individuellen Rechtsschutzes
(iii) Prinzip der Gesetzmässigkeit der Verwaltung
(iv) Prinzip der Trennung zwischen Staat und Gesellschaft
b) Renn: Modell des kooperativen Diskurses
c) Ausgewählte Aspekte der Umsetzung
(i) Repräsentation und Verantwortung
(ii) Mehrheitsentscheide und Kompromisse
3.1.3 Grundsätze und Regeln der Verhandlungstheorie
a) Harvardkonzept und allgemeine Verhandlungstechnik
b) Strukturelle Mechanismen des Groupthink-Ansatzes
c) Theorien der strukturellen Zuverlässigkeit von Organisationen
3.2 Die Erarbeitung von Strukturprinzipien kommunikativer Rationalisierung
3.2.1 Legitimitäts- oder Demokratieprinzip
3.2.2 Institutionalisierungsprinzip
3.2.3 Repräsentations- oder Varietätsprinzip
3.2.4 Mehrheits- oder Kompromissprinzip
3.2.5 Öffentlichkeitsprinzip
3.2.6 Unabhängigkeits- und Kontrollprinzip
3.2.7 Rechtsschutzprinzip
3.2.8 Legalitäts- oder Gesetzmässigkeitsprinzip
3.2.9 Ressourcengleichheitsprinzip
3.2.10 Subsidiaritätsprinzip
3.2.11 Redundanzprinzip
3.2.12 Reformprinzip
Teil III: Leitideen
1. Module kommunikativer Rationalisierung
2. Leitideen kommunikativer Rationalisierung
2.1 Leitidee formell kodifizierter Strukturen und Normen
2.1.1 Kodifizierung in Unternehmen
2.1.2 Inhalt und Form der Kodifizierung
2.1.3 Beurteilung der Leitidee kodifizierter Strukturen und Normen
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
2.2 Leitidee allgemeiner Unternehmenstransparenz
2.2.1 Informationssysteme
2.2.2 Informationsmedien
a) Klassische Printmedien
b) Telekommunikationsmedien
c) Elektronisch-schriftliche Kommunikationsmedien
2.2.3 Beurteilung der Leitidee allgemeiner Unternehmenstransparenz
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
2.3 Leitidee subjektiver Betroffenheitsrechte
2.3.1 Rechtssubjekte und Abgrenzungsproblematik
2.3.2 Materielle Rechtsnormen
a) Abberufungsrechte für Normfindungsorgane und Führungspositionen
b) Recht auf Chancengleichheit
2.4 Leitidee repräsentativer Führungsorgane
2.4.1 Führungsorgane oder normative Entscheidungsinstanzen
a) Zusammensetzung und Organisation
b) Aufgabenkreis und Kompetenzausscheidung
2.4.2 Beurteilung der Leitidee repräsentativer Führungsorgane
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
2.5 Leitidee unabhängiger Beschlussanwendung
2.5.1 Institutionalisierung unabhängiger Beschlussanwendung
a) Unabhängige richterliche Instanz
b) Beschlussanwendung durch externe Begutachter und Schiedsgerichte
c) Sanktionsverfahren
2.5.2 Beurteilung der Leitidee unabhängiger Beschlussanwendung
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
2.6 Leitidee unabhängiger Kommunikationsorgane
2.6.1 Institutionalisierung unabhängiger Kommunikationsorgane
a) Permanente Abteilungen und temporäre Ausschüsse
b) Kommunikationsbeauftragte
c) Themabezogene Planungszellen
d) Selektionsverfahren und Kompetenzausstattung
2.6.2 Beurteilung der Leitidee unabhängiger Kommunikationsorgane
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
2.7 Leitidee unabhängiger Kontroll- und Revisionssysteme
2.7.1 Institutionalisierung unabhängiger Kontrolle
2.7.2 Beurteilung der Leitidee unabhängiger Kontroll- und Revisions-systeme
a) Normative Beurteilung
b) Strategische Beurteilung
Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Interne und externe Effekte ökonomischen Handelns
Tabelle 2: Abgrenzung zwischen Lebenswelt und System und zwischen kommunikativer und systemischer Vernunft
Tabelle 3: Adäquater Einsatz kommunikativer und systemischer Vernunft
Tabelle 4: Grundtypen rationalen Handelns (oder Handlungsprinzipien)
Tabelle 5: Systematik elementarer Rationalisierungstypen und Managementebenen
Tabelle 6: Postulierter Zusammenhang zwischen den Rationalisierungstypen gemäss Peter Ulrich und den Managementebenen gemäss KIM
Tabelle 7: Aspekte des operativen Managements gemäss KIM
Tabelle 8: Aspekte des strategischen Managements gemäss KIM
Tabelle 9: Aspekte des normativen Managements gemäss KIM
Tabelle 10: Hierarchisierung der drei Managementdimensionen gemäss KIM
Tabelle 11: Zusammenfassung struktureller Massnahmen des Konfliktmanagements
Tabelle 12: Zusammenfassung struktureller Massnahmen aus Groupthink
Tabelle 13: Zusammenfassung struktureller Massnahmen zur Erhöhung der Systemvarietät aus der Theorie zuverlässiger Systemgestaltung
Tabelle 14: Zusammenfassung struktureller Massnahmen zur Erhöhung der Systemredundanz aus der Theorie zuverlässiger Systemgestaltung
Tabelle 15: Formelle Bedingungen für Unternehmensleitbilder
Tabelle 16: Verbale und audio-visuelle Kommunikationsmedien
Tabelle 17: Nutzung von direkten Telefonlinien durch Mitarbeiter
Tabelle 18: Elektronisch-schriftliche Kommunikationsmedien
Tabelle 19: Sanktionsmechanismen
Tabelle 20: Sanktionsanforderungen
Tabelle 21: Ausgestaltungsmöglichkeiten der Funktion des Kommunikationsbeauftragten
Tabelle 22: Verfahrensregeln unabhängiger Kommunikationsorgane
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die drei institutionellen Ebenen ökonomischen Handelns
Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Rationalität (Vernunft) und Rationalisierung (vernunftorientierte Umsetzung)
Die meisten aktuellen Untersuchungen zum Thema Wirtschaftsethik bewegen sich auf konzeptionellem Gebiet. Entsprechende Untersuchungen versuchen herzuleiten, welche Rolle moralischem Handeln in der Wirtschaft zukommt und welche Ethikansätze in modernen Marktwirtschaften Geltung beanspruchen sollen. Im deutschsprachigen Raum hat sich auf diesem Gebiet die kommunikative Ethik oder die Diskursethik als Orientierungsrahmen durchgesetzt. Während alle Autoren diskursethische Grundsätze in der Wirtschaft reflektiert haben wollen, bestehen grosse Unterschiede zum konzeptionellen Verhältnis zwischen Ethik und Wirtschaft. Die vorliegende Arbeit folgt dem grundlagenkritischen Ansatz von Peter Ulrich, aufgrund dessen sich das marktwirtschaftliche System in letzter Instanz auf das Gedankengut der Diskursethik auszurichten hat.
Für den ethisch orientierten Unternehmer stellt sich damit die Frage, wie er sein Handeln auf die Grundsätze der Diskursethik ausrichten kann. Mit der entsprechenden Antwort ist er heutzutage noch weitgehend allein gelassen. Die gängige Antwort der Diskursethiker lautet nämlich theoriekonsistent, dass grundsätzlich jedes Thema Gegenstand des rationalen Diskurses sein kann. Auch wenn theoretisch einwandfrei, kann dieser Forderung im täglichen Wirtschaftsleben nur bedingt Geltung verschafft werden. Es wäre aber falsch, die Diskursethik sofort als praxisfern abzutun und das unternehmerische Handeln an beliebigen Werten oder überhaupt keinen Werten auszurichten. Die methodische Problemstellung der vorliegenden Arbeit besteht aufgrund dieser Überlegungen darin, zu ergründen, was diskursethisch orientierte Unternehmensführung in der Praxis bedeutet. Die Fragestellung wird im Verlaufe der Ausführungen dadurch eingeschränkt, dass sich die vorliegende Arbeit auf strukturelle Massnahmen konzentriert. Die Ausbildung der Gesprächsteilnehmer zum rationalen Dialog zum Beispiel ist demzufolge nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchungen.
Zur Erörterung der Problemstellung ist die Arbeit in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird untersucht, inwiefern Prinzipien rationaler Kommunikation im unternehmerischen Alltag von Bedeutung sein können. Dieser Teil versucht zu zeigen, dass Diskursethik kein der Wirtschaft völlig fremdes Anliegen ist, sondern aus systematischen Gründen als auch aus empirisch-praktischen Gründen gefordert ist. Es kann hergeleitet werden, dass es sowohl strategische wie normative Gründe für die Relevanz kommunikativer Prinzipien in der Unternehmung gibt. Während strategische Gründe vom Unternehmer verlangen, diskursethische Prinzipien in speziellen Fällen zur Verbesserung der Ertragslage einzusetzen, gehen normative Gründe weiter. Normative Gründe verlangen rationale Kommunikation auch dann, wenn die Diskussion nicht mehr im strategischen Interesse der Entscheidungsträger steht. In diesem Fall wäre ein Konflikt zwischen Ethik und Wirtschaft festzustellen.
Der zweite Teil befasst sich mit der eigentlichen Kernproblematik der Arbeit. Der Teil Prinzipien" versucht herzuleiten, wie rationale Kommunikation im modernen Unternehmen Realität werden kann. In einem ersten Abschnitt werden die Bemühungen, rationale Kommunikation zu ermöglichen, systematisch in das neue St. Galler Managementkonzept eingefügt. Danach wird das Phänomen rationale Kommunikation genauer analysiert. Es wird argumentiert, dass rationale Kommunikation zu einem wesentlichen Teil durch Machtungleichgewichte eingeschränkt wird. Daher wird in der Folge der Fokus der Betrachtung auf solche strukturellen Komponenten gerichtet, die in der Lage sind, bestehende Machtverzerrungen zu neutralisieren. Ebenfalls werden Theorien analysiert, die sich mit der Frage auseinandergesetzt haben, inwiefern strukturelle Massnahmen die Vernünftigkeit oder Rationalität eines Entscheidungsprozesses positiv beeinflussen. Das Resultat des zweiten Teils sind zwölf Strukturprinzipien rationaler Kommunikation zur Beurteilung organisatorischer Massnahmen.
Der dritte Teil versucht, das Abstraktionsniveau der Betrachtung nochmals zu senken, um die in der methodischen Problemstellung geforderten praxisrelevanten
Aussagen für die operative Ebene zu erarbeiten. Im Teil Leitideen" erhält der einschlägig interessierte Unternehmer wie auch der Gesetzgeber konkrete Vorschläge zur organisatorischen oder strukturellen Gestaltung von Unternehmen. Diese Vorschläge sind in sieben Leitideen kommunikativer Rationalisierung ausformuliert, die anhand der zwölf Strukturpinzipien aus Teil zwei aus diskursethisch-normativer Sicht kritisch diskutiert werden. Diese Leitideen kommunikativer Rationalisierung sind Ideen im engeren Sinn des Begriffs. Sie lassen sich nicht deduktiv aus der Diskursethik ableiten, sondern sind durch Plausibilitätsüberlegungen entstanden. Denn die Deduktion handlungsrelevanter Vorgaben aus der Diskursethik ist nicht zulässig, wie Habermas im Hinblick auf die Staatsdemokratie betont: Eine unvermittelte Anwendung der Diskursethik oder eines ungeklärten Diskursbegriffs auf den demokratischen Prozess führt zu Ungereimtheiten". Anhand der zwölf Strukturprinzipien kann aber gezeigt werden, dass die sieben Leitideen durchaus bis zu einem bestimmten Grad in der Lage sein können, rationale Kommunikation in der Unternehmung zu ermöglichen und damit diskursethische Anliegen zu verwirklichen. Gleichzeitig kann gezeigt werden, dass die Umsetzung der Leitideen bis zu einem gewissen Grad auch positive strategische Konsequenzen hat, was auch erfolgssichernde Unternehmer dazu bewegen sollte, die Leitideen motiviert umzusetzen. Letztendlich bleibt die Verwirklichung der Umsetzung der vorzustellenden Leitideen aber eine Frage der gesetzlichen Verankerung. Nur so ist gewährleistet, dass sich alle Wettbewerber an Prinzpien rationaler Kommunikation auszurichten haben.