Dissertation

an der Universität St. Gallen
(Herbst 1996)

 

Die Umsetzung der Diskursethik in der modernen Unternehmung

Legitimation contra Erfolgssicherung?

 

 

Die Umsetzung der Diskursethik in der modernen Unternehmung war das Thema der Dissertation, welche unter dem Titel Kommunikative Rationalisierung der Unternehmung im Spannungsfeld von Legitimation und Erfolgssicherung an der Universität St. Gallen eingereicht wurde.

Es steht die Frage im Vordergrund, wie pragmatisch diskursethische Ansätze in Unternehmen umgesetzt werden können. Dabei wird der Standpunkt eingenommen, dass die Diskursethik durch handfeste Regeln und institutionelle Vorkehrungen in der Unternehmung umgesetzt werden kann. Als Firmeneigentümer muss also nicht mahnend der Finger erhoben werden, sondern es sind die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, die diskursethisch relevantes Handeln bewirken. 

Eine wesentliche Rolle kommt der ordnungspolitischen Ebene (also dem Gesetzgeber) zu, der eine Unternehmensverfassung schaffen muss, welche ethisches Verhalten fördert. Bereits heute fördern Gesetzgeber und andere Organisationen ethisches Verhalten durch entsprechende Rahmenordnungen für die Wirtschaft. So werden für Aktiengesellschaften Kontroll- und Aufsichtsorgane sowie Rechnungslegungsvorschriften erlassen. Börsenkotierte Firmen unterstehen strikten Publikationsvorschriften und Wettbewerbskommissionen prüfen Unternehmenszusammenschlüsse auf deren volkswirtschaftliche Auswirkungen.

Zusammenfassung

Die administrativen Detaildaten wie Titel, Widmung, Erklärung und Lebenslauf sind in einem separaten Dokument abgelegt. Der Rest ist in die folgenden vier Teile aufgeteilt, welche in der Folge kurz beschrieben werden:

 

Im Teil I wird hergeleitet, warum die Diskursethik in der Unternehmung überhaupt umzusetzen ist. Es wird gezeigt, dass sowohl strategische Gründe (= Maximierung des Gewinnes) als auch ethische Gründe (= Legitimation der Unternehmung im Wirtschaftssystem) dafür sprechen, die Diskursethik in der Unternehmung umzusetzen.

Nachdem im ersten Teil hergeleitet worden ist, dass es die Diskursethik in der Unternehmung braucht, wird hier erarbeitet, was sie in der Unternehmung konkret bedeutet. Dafür werden die Grundsätze der Diskursethik erläutert und mit den Grundsätzen der Unternehmungs-Organisation in Verbindung gebracht. Das Resultat sind 12 Prinzipien aufgrund derer Unternehmen im Hinblick auf deren "Diskurs-Fähigkeit" überprüft werden können. Diese Prinzipien sind aber noch nicht operationalisierbare Massnahmen (=Massnahmen, die organisatorisch umgesetzt werden können). Sie sind lediglich Messgrössen anhand derer im dritten Teil konkrete Organisationsempfehlungen beurteilt werden.

Was konkret gemacht werden soll, um eine diskursfähige oder diskursethisch rationalisierte Unternehmung zu erhalten, ist Gegenstand des dritten Teils. Es werden 7 konkrete Gestaltungsideen vorgestellt, die beschreiben, was aus der Sicht der Diskursethik gemacht werden sollte, um eine "diskursethischere" oder eben einfach ethischere Unternehmung zu gestalten. Je besser eine Unternehmung eine, mehrere oder alle 7 Gestaltungsideen organisatorisch in die Tat umsetzt, desto "diskursethisch legitimer" ist sie. Die Liste der Gestaltungsideen ist nicht abschliessend. Es sind durchaus noch weitere Gestaltungsideen denkbar. Wesentlich ist jedoch, wie gut eine Gestaltungsidee im Hinblick auf die in Teil II definierten 12 Prinzipien der Diskursethik abschliesst.

Hier sind alle Litarturangaben vermerkt.

Meine Dissertation trifft konkrete, handlungswirksame Aussagen, so dass sie weniger als Ethikbeitrag oder als Beitrag zur Philosophie zu verstehen ist, sondern sich vielmehr als Beitrag zur Betriebswirtschaftslehre versteht. Sie ist so etwas wie eine "Übersetzung" ethischen und philosophischen Gedankengutes in die Alltagssprache des Managers. 

Ich möchte daher den Ethiker und Philosophen um Verständnis bitten, wenn zugunsten der Umsetzbarkeit Aussagen gemacht werden, welche dem Ideal des abstrakten philosophischen Denkens nicht vollends genügen. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass der wirklichkeitsrelevante Verständnisgewinn bei der Führungskraft den abstrakten Theorieverlust beim Ethiker bei weitem wettmacht.

Es besteht die Möglichkeit, die Dissertation als PDF-Datei oder Buch zu bestellen. Senden Sie mir hiefür ein E-mail: hj@stern.ch.